Geschichtliche Details
Lindegg mit dem Orsteil Jobst

Lindegg:

Geschichtliche Entwicklung:

Lindegg liegt auf einem Vulkan, der allerdings erst in Millionen von Jahren ausbrechen könnte. In Lindegg lebten schon 3000 v. Chr. Menschen, und 400 v.Chr. waren die Kelten in Lindegg, was zahlreiche Hügelgräber zwischen Jobst und Lindegg beweisen.

Allmählich wurden die Wälder gerodet, und eine Siedlung Lündegk gegründet. In der Zeit der Haiducken (1605) und der Kuruzzeneinfälle (1704) wurde Lindegg bis auf die Grundmauern niedergebrannt und viele Menschen ermordet. Die Gegend konnte sich nur langsam von den Kriegswirrnissen erholen.

Nach Einführung der Schulpflicht wurde im Jahre 1874 im Hause Andreas Prasch ein Schulzimmer eingerichtet. Erst am 9.November 1878 fand laut Schulchronik die Eröffnung des ersten Schulhauses statt. Der erste Lehrer in Lindegg hieß Franz Grabner.

Zusammenhalt wurde in Lindegg immer schon sehr groß geschrieben. Dies bewies damals die Gemeinschaftkuhwiese. Seit dem Jahr 1957 gab es in Lindegg eine Obstpressen- gemeinschaft und ein Gemeinschaftskühlhaus.

Die Freiwillige Feuerwehr Lindegg wurde bereits 1930 gegründet, das neue Rüsthaus ein Jahr später eingeweiht. Die Jagdgesellschaft Lindegg besteht seit 1953, wessen alleiniger Pächter Josef Hohenwarter war. Die Gründung des Eisschützenvereins erfolgte bereits 1952.

Die Laienspielgruppe war unter der Leitung von Helgard Ryziensky von 1979 bis 1990 sehr aktiv. Seit dem Unwetter 1946 werden regelmäßig Wallfahrten nach Maria Lebing und Auffen sowie Maria Fieberbründl unternommen.

Jobst:

Das Dorf Jobst hieß im Mittelalter Steinbach, im Jahre 1580 Steinbach bei St.Jobst und schließlich Jobst. Mehrere Grabhügel wurden 1925 untersucht und weisen auf römerzeitliche Vorsiedlung hin. Es wird vermutet, daß hier einige der nach dem Jahr 600 eingewanderten Slawen die Ungarneinfälle überlebten, aber das Land veröden ließen.

Das Dorf Jobst entstand im 13.Jahrhundert. Kirchlich gehörte Jobst seit alters zur Pfarre Waltersdorf. Nach den Stadeckern erbten im Jahr 1400 die Herren von Montfort das Gebiet der alten Herrschaft Steinbach; 1523 erwarb es Bernhard von Teuffenbach. So kamen Jobst und Lindegg zur Herrschaft Obermayerhofen, der sie bie 1848 zugehörten.

Unter den Montfortern dürfte die Jodokkapelle gebaut worden sein, die dem Dorf Steinbach den neuen Namen Jobst gab. Der Hl. Jodok (auch Jost, Jobst genannt) wurde als Patron gegen Krankheiten, besonders Pest und Fieber gerufen.

Die weit verbreitete Verehrung der hl. Anna führte allerdings dazu, dass der Kirchenpatron St.Jobst verdrängt wurde und die Kirche zu Jobst erhielt das Patronat St.Anna.

1741 ließ der Waltersdorfer Pfarrer Johann Christoph Dantscher die neue Kirche erbauen, wozu die Gemeinden Jobst und Lindegg mit Holzlieferungen und Fuhrwerken beitrugen. Ab 1993 wurde die Jobster St.Anna Kirche renoviert und stellt heute eine bedeutende Sehenswürdigkeit in der Gemeinde Bad Blumau dar (siehe auch unter "Sehenswertes").